Schulterschmerzen sind Schmerzen im und um das Schultergelenk. Typisch ist ein Ziehen seitlich am Oberarm, das beim Heben des Arms, beim Anziehen einer Jacke oder nachts beim Liegen auf der Schulter stärker wird. Nach Rücken- und Nackenschmerzen gehören sie zu den häufigsten Beschwerden am Bewegungsapparat. Oft trifft es Menschen, die viel über Kopf arbeiten, Tennisspielerinnen und Schwimmer oder Leute, die im Kraftraum zu schnell steigern.

Meist steckt eine Überlastung der Rotatorenmanschette dahinter, oft als Impingement bezeichnet. Seltener sind eine Frozen Shoulder (Schultersteife), eine Kalkschulter, eine instabile Schulter oder Arthrose die Ursache. Und manchmal kommt der Schmerz gar nicht aus der Schulter, sondern vom Nacken.

Die meisten Schulterschmerzen lassen sich ohne Operation behandeln. Halten sie länger als zwei bis drei Wochen an, rauben sie Ihnen den Schlaf oder können Sie den Arm nicht mehr richtig heben, lohnt sich eine Abklärung. In unserer Praxis in Zürich Altstetten klären wir, ob Sehne, Schleimbeutel, Kapsel oder Nacken dahinterstecken, lindern die Schmerzen und bauen mit gezieltem Training die Belastbarkeit der Schulter wieder auf.

Kurz zusammengefasst: Schulterschmerzen entstehen meist durch eine Überlastung der Rotatorenmanschette, etwa bei Überkopfarbeit, im Kraftraum oder beim Tennis. Am besten wirkt in den meisten Fällen ein gezieltes, gut dosiertes Krafttraining, oft ergänzt durch manuelle Therapie. Nach einem Sturz mit Kraftverlust, bei einer roten, heissen Schulter mit Fieber oder bei plötzlichen Schmerzen mit Brustdruck brauchen Sie rasch ärztliche Hilfe.

Schulterschmerzen: Was steckt dahinter?

Die meisten Schulterschmerzen entstehen, wenn Sehnen, Muskeln und Schleimbeutel mehr Belastung abbekommen, als sie im Moment verkraften. Besonders oft betroffen ist die Rotatorenmanschette. Das sind vier Muskeln, deren Sehnen den Oberarmkopf wie eine Manschette umfassen und ihn bei jeder Armbewegung in der Pfanne halten.

Die Schulter ist das beweglichste Gelenk des Körpers. Dafür hat sie wenig knöcherne Führung, Halt geben vor allem Muskeln. Arbeiten Rotatorenmanschette, Schulterblattmuskeln und Rumpf schlecht zusammen, landet mehr Last auf Sehnen und Schleimbeutel. Auch der obere Rücken spielt mit: Ist die Brustwirbelsäule steif, kommt der Arm schwerer über Kopf.

Typische Auslöser sind:

  • eine plötzliche Steigerung, etwa nach den Ferien direkt wieder mit den alten Gewichten beim Bankdrücken
  • wiederholte Überkopfarbeit, zum Beispiel beim Malen, Montieren oder Fensterputzen
  • Überkopfsport wie Tennis, Volleyball, Handball, Schwimmen oder Klettern
  • wenig Kraft in Rotatorenmanschette und Schulterblattmuskeln
  • ein Sturz auf den ausgestreckten Arm oder direkt auf die Schulter
  • eine frühere Luxation (ausgerenkte Schulter)
  • Veränderungen der Sehnen, die ab etwa 50 häufiger werden

Deshalb schauen wir in der Physiotherapie in Zürich Altstetten nicht nur auf das Schultergelenk. Wir prüfen auch Schulterblatt, Brust- und Halswirbelsäule, Kraft und Beweglichkeit und fragen nach Ihrer Belastung in Beruf und Sport.

Häufige Ursachen für Schulterschmerzen

Am häufigsten sind Reizungen der Rotatorenmanschette und des Schleimbeutels, in der Fachsprache subakromiales Schmerzsyndrom oder Impingement. Frozen Shoulder, Kalkschulter und Instabilität sind seltener, brauchen aber jeweils eine eigene Behandlung.

Impingement-Syndrom (subakromiales Schmerzsyndrom)

Die Schulter schmerzt seitlich und vorne, vor allem wenn Sie den Arm zur Seite heben. Typisch ist ein schmerzhafter Bogen zwischen etwa 60 und 120 Grad, ganz oben wird es oft wieder besser. Lange dachte man, die Sehne werde unter dem Schulterdach mechanisch «eingeklemmt». Heute gilt eine Überlastung von Sehnen und Schleimbeutel als Hauptursache. Leitlinien empfehlen deshalb zuerst ein gezieltes Trainingsprogramm. Ob später eine Operation infrage kommt, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Schleimbeutelentzündung der Schulter (Bursitis)

Der Schleimbeutel unter dem Schulterdach dient als Gleitschicht für die Sehnen. Ist er gereizt, tut vor allem das Liegen auf der Seite weh, oft auch das Heben des Arms. Meist entsteht eine Bursitis zusammen mit einer Sehnenreizung und wird ähnlich behandelt: Belastung anpassen, dann Kraft aufbauen. Ist die Schulter dagegen rot, heiss und geschwollen und haben Sie Fieber, kann eine Infektion dahinterstecken. Das gehört noch am selben Tag ärztlich angeschaut.

Rotatorenmanschette: Riss oder Sehnenreizung

Die Sehnen der Rotatorenmanschette können durch Überlastung gereizt sein (Tendinopathie) oder einreissen. Ein Riss entsteht durch einen Unfall, etwa einen Sturz auf den Arm, oder schleichend über Jahre. Typisch sind Schmerzen und Kraftverlust beim Heben oder Drehen des Arms. Viele Menschen über 60 haben im Ultraschall oder MRI einen Riss, ohne je Beschwerden gehabt zu haben. Bei schleichenden Rissen ist Physiotherapie deshalb oft der erste Schritt. Können Sie den Arm nach einem Sturz plötzlich kaum mehr heben, gehört das rasch ärztlich abgeklärt, weil eine frühe Operation dann sinnvoll sein kann.

Frozen Shoulder (Schultersteife)

Bei der Frozen Shoulder, medizinisch adhäsive Kapsulitis, entzündet sich die Gelenkkapsel und schrumpft. Die Schulter wird in alle Richtungen steif, am deutlichsten beim Drehen nach aussen. Gerade am Anfang sind die Nachtschmerzen oft heftig. Betroffen sind meist Menschen zwischen 40 und 65, Frauen häufiger als Männer. Diabetes und Schilddrüsenerkrankungen erhöhen das Risiko. Der Verlauf zieht sich häufig über ein bis drei Jahre. Die Physiotherapie richtet sich nach der Phase, anfangs mit Schmerzlinderung und sanfter Bewegung, später mit gezielter Dehnung und Kraft.

Kalkschulter (Tendinosis calcarea)

Hier lagern sich Kalkdepots in einer Sehne der Rotatorenmanschette ab, oft lange unbemerkt und meist im mittleren Lebensalter. Beginnt der Körper den Kalk abzubauen, kann plötzlich ein sehr starker Schmerz einsetzen, häufig nachts und ohne Auslöser. Gesichert wird die Diagnose mit Röntgen oder Ultraschall. Neben ärztlichen Massnahmen ist die Stosswellentherapie bei Kalkschulter bei chronischen Beschwerden gut untersucht. Physiotherapie bringt danach Beweglichkeit und Kraft zurück.

Instabile oder ausgerenkte Schulter

War die Schulter schon einmal ausgerenkt (Schulterluxation), bleibt sie oft instabil, vor allem bei jungen, sportlichen Menschen. Man spürt ein unsicheres Gefühl bei Wurf- oder Überkopfbewegungen, manchmal die Angst, dass die Schulter wieder «herausspringt». Manche Schultern sind auch ohne Unfall von Natur aus sehr locker. In beiden Fällen sind Stabilisations- und Krafttraining der Kern der Behandlung. Nach wiederholten Luxationen planen wir die Therapie zusammen mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt.

Bizepssehne und Labrum (SLAP-Läsion)

Die lange Bizepssehne zieht vorne über den Oberarmkopf und setzt oben an der Gelenklippe an, dem Labrum. Ist die Sehne gereizt, schmerzt die Schulter vorne, oft beim Tragen von Lasten mit gestrecktem Arm oder beim Klimmzug. Häufig ist gleichzeitig die Rotatorenmanschette beteiligt. Ein Einriss am oberen Labrum (SLAP-Läsion) kommt vor allem bei Wurfsportarten oder nach einem Sturz vor und macht sich mit tiefem Schmerz und manchmal einem Schnappen bemerkbar.

Schultereckgelenk (AC-Gelenk)

Schmerz oben auf der Schulter, der stärker wird, wenn Sie den Arm quer vor den Körper führen, kommt oft vom Schultereckgelenk. Auslöser sind Stürze auf die Schulter, mit dem Velo oder auf der Skipiste, oder viel schweres Bankdrücken und Dips.

Arthrose im Schultergelenk (Omarthrose)

Schulterarthrose ist seltener als Arthrose im Knie oder in der Hüfte und betrifft meist ältere Menschen oder Schultern nach früheren Verletzungen. Typisch sind Belastungsschmerz, Steifigkeit und Reibegeräusche. Angepasstes Training kann Schmerzen lindern und den Alltag spürbar erleichtern, auch wenn das Röntgenbild deutliche Veränderungen zeigt.

Schulterschmerzen, die vom Nacken oder von Organen kommen

Nicht jeder Schulterschmerz kommt aus der Schulter. Eine gereizte Nervenwurzel an der Halswirbelsäule kann in Schulter und Arm ausstrahlen, oft mit Kribbeln oder Taubheit bis in die Hand. Die Schulter selbst lässt sich dann meist frei bewegen, dafür verändern Kopfbewegungen den Schmerz. Auch innere Organe können in die Schulter ausstrahlen, das Herz vor allem in die linke, die Gallenblase in die rechte, seltener auch die Lunge. Deshalb untersuchen wir immer auch den Nacken und fragen nach Begleitsymptomen.

Welche Ursache passt zu Ihren Schulterschmerzen?

Wo und wann es weh tut, verrät viel über die Ursache. Die Übersicht ersetzt keine Untersuchung, hilft aber bei der ersten Einordnung.

Schulterschmerzen nachts, beim Arm heben, im Sport und im Büro

Schmerzen nachts und beim Heben des Arms sprechen meist für eine gereizte Rotatorenmanschette oder einen gereizten Schleimbeutel, Schmerzen bis in die Hand eher für den Nacken. Wann es weh tut, verrät oft mehr als die Frage, wo genau. Darum fragen wir im ersten Termin ausführlich nach Ihrem Alltag.

Schulterschmerzen nachts und beim Liegen auf der Seite

Nachtschmerzen zermürben, weil sie den Schlaf rauben. Schulterschmerzen in Seitenlage entstehen, weil Sehne und Schleimbeutel auf der schmerzenden Seite zusammengedrückt werden. Auf der anderen Seite fällt der Arm nach vorne und zieht an den Sehnen. Besser geht es meist in Rückenlage mit einem kleinen Kissen unter dem Ellbogen. Wer lieber auf der Seite schläft, legt sich auf die gesunde Seite und den schmerzenden Arm auf ein Kissen vor dem Bauch. Sehr starke Nachtschmerzen, die über Wochen nicht nachlassen, passen oft zu Frozen Shoulder, Kalkschulter oder einem Sehnenriss, selten auch zu anderen Ursachen, und sollten abgeklärt werden.

Schulterschmerzen beim Arm heben, Anziehen und Greifen nach hinten

Jacke anziehen, ins obere Regal greifen, den BH schliessen oder das Portemonnaie aus der Gesässtasche holen. Solche Alltagsbewegungen verraten viel. Schmerz beim seitlichen Heben spricht eher für die Rotatorenmanschette. Fällt vor allem das Greifen nach hinten und das Drehen nach aussen schwer, kann eine beginnende Schultersteife dahinterstecken. Bei Sehnenproblemen beginnt der Kraftaufbau in schmerzarmen Positionen und geht erst später über Kopf.

Schulterschmerzen beim Krafttraining

Bankdrücken, Schulterdrücken, Dips und Klimmzüge belasten die Schulter stark. Schmerzen kommen meist von zu schneller Steigerung oder von Plänen mit viel Drücken und wenig Ziehen. Ganz pausieren müssen Sie selten. Mit Sportphysiotherapie und angepasstem Krafttraining ändern wir Übungsauswahl, Griff und Gewicht so, dass Sie weitertrainieren können.

Schulterschmerzen bei Tennis, Volleyball, Schwimmen und Klettern

Überkopfsport verlangt von der Schulter hohe Kräfte in Endstellungen. Beim Kraulen dreht sie in einem einzigen Training hunderte Male über Kopf. Probleme entstehen oft durch hohe Umfänge, die Technik oder zu wenig Kraft der Aussenrotatoren. Wir messen die Kraft der Rotatorenmanschette objektiv mit dem VALD DynaMo und vergleichen beide Seiten. Daraus entsteht ein Plan für die Rückkehr zum Sport und die Verletzungsprävention.

Schulter-Nacken-Schmerzen durch Büroarbeit

Hochgezogene Schultern, eine weit entfernte Maus oder ein zu hoher Schreibtisch belasten Schulter und Nacken einseitig. Spürbar wird das als Ziehen zwischen Schulter und Nacken oder vorne an der Schulter. Maus und Tastatur nah am Körper, aufgelegte Unterarme und regelmässige Pausen entlasten oft schon deutlich. Bei hartnäckig verspannten Muskeln kann Dry Needling an Triggerpunkten die Behandlung ergänzen.

Schulterschmerzen rechts oder links

Die dominante Seite, bei Rechtshändern also meist rechts, ist im Sport und bei der Arbeit öfter überlastet. Schmerzen in der rechten Schulter können selten auch von der Gallenblase kommen, besonders nach fettem Essen und zusammen mit Oberbauchschmerzen. Bei Schmerzen in der linken Schulter denken Sie zusätzlich an das Herz. Kommen sie plötzlich und zusammen mit Brustdruck, Atemnot, Übelkeit oder Kaltschweiss, rufen Sie sofort den Notruf 144.

Schulterschmerzen mit Ausstrahlung in den Arm

Ein Schulterproblem strahlt typischerweise seitlich in den Oberarm aus, selten über den Ellbogen hinaus. Zieht der Schmerz bis in Hand und Finger, oft mit Kribbeln, liegt die Ursache eher am Nacken. Diese Unterscheidung ist wichtig, denn dann wird ganz anders behandelt.

Schulterschmerzen: Wann zum Arzt oder zur Physiotherapie?

Lassen Sie Schulterschmerzen abklären, wenn sie länger als zwei bis drei Wochen anhalten, nachts den Schlaf stören oder Sie den Arm nicht mehr richtig heben können. Früh erkannt, lässt sich oft verhindern, dass die Schulter steif wird oder die Beschwerden chronisch werden.

Weitere Gründe für eine Untersuchung:

  • die Schulter wird zunehmend steif
  • Sie spüren Kraftverlust beim Heben oder Drehen des Arms
  • die Schulter fühlt sich unsicher an oder war schon einmal ausgerenkt
  • die Beschwerden kommen immer wieder
  • Sport oder Arbeit sind nur noch eingeschränkt möglich

Wichtig: Gehen Sie sofort auf eine Notfallstation oder zu Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn die Schulter nach einem Sturz fehlgestellt ist, stark anschwillt oder Sie den Arm nicht mehr heben können. Dasselbe gilt bei einer roten, heissen Schulter mit Fieber, bei Fieber oder starkem Krankheitsgefühl nach einer Spritze ins Schultergelenk oder bei geschwächtem Immunsystem, bei Dauerschmerz in Ruhe und nachts, der sich in keiner Position bessert, bei Taubheit oder Lähmungen im Arm, bei einer neuen Schwellung, ungeklärtem Gewichtsverlust oder einer früheren Krebserkrankung. Plötzliche Schulterschmerzen mit Brustdruck, Atemnot oder Kaltschweiss sind ein Notfall, wählen Sie 144.

Diagnose: Ultraschall, Röntgen oder MRI?

Bei den meisten Schulterschmerzen reichen ein ausführliches Gespräch und eine gründliche Untersuchung für eine gute Einschätzung. Bildgebung ist sinnvoll bei Verdacht auf einen Riss nach einem Unfall, auf Kalk, Arthrose oder eine Knochenverletzung, oder wenn sich die Beschwerden trotz Behandlung über Wochen nicht bessern. Welche Untersuchung passt, entscheidet die Ärztin oder der Arzt.

In der Physiotherapie prüfen wir die Beweglichkeit aktiv und passiv, die Kraft in verschiedene Richtungen, die Bewegung des Schulterblatts und die Halswirbelsäule. Jede Bildgebung zeigt etwas anderes:

Kortisonspritze oder Operation?

Eine Kortisonspritze kann starke Schmerzen für eine Weile lindern und so den Einstieg ins Training erleichtern. Kraft baut sie nicht auf. Ob sie sinnvoll ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt. Eine Operation wird vor allem besprochen nach einem frischen Sehnenriss mit Kraftverlust bei aktiven Menschen, nach wiederholten Luxationen, bei fortgeschrittener Arthrose mit starken Beschwerden oder wenn ein konsequentes Training über Monate nicht genügt. Nach einer Schulteroperation begleiten wir die Rehabilitation nach den Vorgaben des Operateurs.

Gut zu wissen: Risse der Rotatorenmanschette, verdickte Schleimbeutel oder Kalk finden sich auch bei vielen Menschen ohne Schulterschmerzen, und zwar umso häufiger, je älter sie sind. Ein Befund allein erklärt Ihre Beschwerden deshalb nicht. Entscheidend ist, ob er zur Untersuchung und zu Ihren Symptomen passt.

Wie Physiotherapie bei Schulterschmerzen hilft

Bei den meisten Schulterschmerzen ist ein gezieltes, langsam gesteigertes Übungsprogramm der wichtigste Baustein, oft ergänzt durch manuelle Therapie. Beim subakromialen Schmerzsyndrom empfiehlt die niederländische Leitlinie (Diercks 2014) genau das. Bei der Frozen Shoulder stehen laut der US-amerikanischen Leitlinie (Kelley 2013) Aufklärung, Dehn- und Beweglichkeitsübungen sowie Gelenkmobilisation im Vordergrund. Massage, Wärme oder Elektrotherapie allein helfen meist nur für eine Weile. Warum, erklären wir im Beitrag Physiotherapie oder Massage: Was ist besser bei Schmerzen?

Zur Behandlung gehören meist:

  • die Untersuchung von Beweglichkeit, Kraft und Schulterblatt, inklusive Brust- und Halswirbelsäule
  • manuelle Therapie, wenn die Beweglichkeit eingeschränkt ist
  • Krafttraining mit steigender Last für Rotatorenmanschette und Schulterblattmuskeln
  • Anpassung von Training, Arbeit und Schlafposition
  • der Weg zurück zu Überkopf- und Wurfbewegungen

Wie lange dauert die Behandlung?

Das hängt stark von der Ursache ab. Eine leichte Sehnenreizung bessert sich oft in wenigen Wochen. Beim Impingement ist ein Trainingsprogramm meist auf rund drei Monate angelegt, weil Sehnen sich langsamer anpassen als Muskeln. Eine Frozen Shoulder begleitet man über viele Monate, und nach einer Operation an der Rotatorenmanschette dauert die Rehabilitation ebenfalls mehrere Monate.

Physiotherapie bei Schulterschmerzen in Zürich bei Quantum Physio

Wer in Zürich Physiotherapie für die Schulter sucht, findet bei uns in Altstetten eine aktive Behandlung mit klarem Plan, bei frischen wie bei chronischen Schulterschmerzen. Unser Team aus Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten mit BSc- und MSc-Abschluss sowie Sporttherapeuten betrachtet Ihre Schulter im Zusammenhang mit Beruf, Alltag und Sport.

Zuerst wollen wir verstehen, warum Ihre Schulter überlastet wird. Erst dann planen wir, was sie braucht, mit dem Ziel, dass Arbeit, Training und Schlaf wieder ohne Schmerzen möglich sind.

Behandlungsmöglichkeiten

Je nach Ursache kombinieren wir:

Eine Frozen Shoulder braucht einen ganz anderen Aufbau als die Schulter einer Volleyballerin mit Impingement oder die eines Kletterers nach einer Luxation.

Standort und Öffnungszeiten

Sie finden uns an der Vulkanstrasse 110a, 8048 Zürich, wenige Gehminuten vom Bahnhof Zürich Altstetten. Tram und Bus halten in der Nähe, Besucherparkplätze gibt es in kurzer Gehdistanz. Aus Albisrieden, Höngg, Schlieren oder Dietikon sind Sie mit S-Bahn, Tram oder Velo schnell bei uns. Geöffnet ist Montag bis Donnerstag von 07:00 bis 20:00 Uhr, Freitag von 07:00 bis 16:30 Uhr und Samstag von 08:00 bis 14:30 Uhr. Termin online buchen.

So läuft die Physiotherapie bei Schulterschmerzen ab

Die Behandlung folgt vier Schritten, von der Untersuchung bis zur vollen Belastung.

1. Untersuchung

Wir sprechen über Beschwerden, Verlauf, Unfälle, Beruf und Sport. Danach prüfen wir Beweglichkeit, Kraft und Schulterblatt, schauen uns den Nacken an und messen bei Bedarf die Kraft der Rotatorenmanschette. Warnzeichen schliessen wir dabei aus.

2. Ihr Behandlungsplan

Aus der Untersuchung entsteht ein Plan mit klaren Zielen, etwa wieder durchschlafen, schmerzfrei die Jacke anziehen oder zurück auf den Tennisplatz. Dazu gehören Therapie in der Praxis und ein kurzes Heimprogramm.

3. Kraft aufbauen

Hier passiert der grösste Teil der Arbeit. In der medizinischen Trainingstherapie (MTT) werden Rotatorenmanschette, Schulterblattmuskeln und Rumpf mit steigender Last trainiert, damit die Sehnen belastbarer und die Schulter stabiler wird.

4. Zurück zu Alltag und Sport

Werden Schmerzen und Kraft besser, steigern wir die Belastung bis zu Überkopf-, Wurf- oder Sportbewegungen. Eine erneute Kraftmessung zeigt, ob beide Seiten wieder ähnlich stark sind.

Übungen bei Schulterschmerzen: 5 einfache Übungen für zu Hause

Die Übungen eignen sich bei belastungsbedingten Schulterschmerzen ohne Unfall, etwa bei einer Sehnenreizung oder einem Impingement. Üben Sie langsam. Ein leichter Schmerz bis etwa 3 von 10 ist in Ordnung, solange er nach dem Üben rasch abklingt und am nächsten Morgen nicht stärker ist. Hören Sie auf bei starken oder zunehmenden Schmerzen, Schmerzen, die in den Arm ausstrahlen, Kribbeln, Taubheit oder Schwindel, und lassen Sie das abklären. Nach einem Unfall, einer Luxation oder einer Operation üben Sie erst nach ärztlicher Freigabe.

1. Pendelübung

Ziel: sanfte Bewegung und Schmerzlinderung bei akuten Beschwerden.
Ausführung: Stützen Sie sich mit der gesunden Hand auf einen Tisch und beugen Sie den Oberkörper leicht vor. Der schmerzende Arm hängt locker nach unten. Bewegen Sie nun den Oberkörper sanft hin und her, sodass der Arm kleine Kreise beschreibt. Der Arm selbst bleibt entspannt.
Dosierung: 30 bis 60 Sekunden, mehrmals täglich.

2. Tischrutschen

Ziel: den Arm wieder leichter nach vorne heben.
Ausführung: Setzen Sie sich frontal an einen Tisch und legen Sie den Unterarm der schmerzenden Seite auf ein Handtuch. Schieben Sie das Handtuch langsam nach vorne, indem Sie den Oberkörper mitneigen. Gehen Sie nur so weit, wie es angenehm ist, und kommen Sie langsam zurück.
Dosierung: 10 bis 15 Wiederholungen, 2-mal täglich.

3. Aussenrotation gegen die Wand (statisch)

Ziel: die Rotatorenmanschette aktivieren, ohne das Gelenk zu bewegen. Statische Spannung wird bei gereizten Sehnen oft gut vertragen.
Ausführung: Stellen Sie sich mit der schmerzenden Seite neben eine Wand. Der Ellbogen ist 90 Grad gebeugt und liegt am Körper, der Handrücken berührt die Wand. Drücken Sie den Handrücken mit etwa halber Kraft gegen die Wand, als wollten Sie den Unterarm nach aussen drehen. Der Arm bewegt sich dabei nicht.
Dosierung: 20 bis 30 Sekunden halten, 5-mal, 1- bis 2-mal täglich.

4. Aussenrotation mit Theraband

Ziel: die Rotatorenmanschette kräftigen.
Ausführung: Stehen Sie aufrecht und halten Sie ein leichtes Theraband mit beiden Händen. Die Ellbogen liegen am Körper und sind 90 Grad gebeugt, ein kleines gerolltes Handtuch zwischen Ellbogen und Rumpf hilft dabei. Drehen Sie den Unterarm der schmerzenden Seite langsam nach aussen, ohne dass sich der Ellbogen vom Körper löst, und führen Sie ihn langsam zurück.
Dosierung: 3 Serien à 10 bis 15 Wiederholungen, jeden zweiten Tag. Mehr Widerstand erst, wenn alle Wiederholungen sauber gelingen.

5. Dehnung der hinteren Schulter

Ziel: die hintere Schulterkapsel und Muskulatur beweglicher machen.
Ausführung: Führen Sie den schmerzenden Arm auf Schulterhöhe quer vor den Körper. Fassen Sie mit der anderen Hand oberhalb des Ellbogens und ziehen Sie den Arm sanft näher heran, bis Sie hinten an der Schulter eine Dehnung spüren. Die Schulter bleibt unten.
Dosierung: 20 bis 30 Sekunden halten, 2- bis 3-mal. Schmerzt es dabei oben auf der Schulter (AC-Gelenk), lassen Sie diese Übung weg.

In der Physiotherapie erhalten Sie ein Programm, das zur Ursache passt und laufend gesteigert wird, zum Beispiel mit Kräftigung in der medizinischen Trainingstherapie in Zürich.

Vier Irrtümer über Schulterschmerzen

Die häufigsten Irrtümer führen entweder zu zu viel Schonung oder zu vorschnellen Entscheidungen für eine Operation.

«Die Schulter muss geschont werden.»

Kurz entlasten ist bei akuten Schmerzen sinnvoll. Wochenlang schonen macht die Schulter dagegen steif und schwach. Besser sind Bewegung im schmerzarmen Bereich und ein Training, das langsam gesteigert wird.

«Im MRI ist ein Riss, also muss operiert werden.»

Nicht unbedingt. Viele Risse, vor allem schleichend entstandene bei Menschen über 60, werden zuerst ohne Operation behandelt, oft mit gutem Ergebnis. Ob ein Eingriff sinnvoll ist, hängt von Alter, Unfallhergang, Kraftverlust und Ihren Zielen ab.

«Mit Impingement darf ich nie mehr über Kopf.»

Am Anfang reduzieren wir schmerzhafte Überkopfbelastung oft. Das Ziel ist aber, dass Ihre Schulter wieder über Kopf arbeiten kann, und genau darauf wird sie vorbereitet.

«Eine Frozen Shoulder geht von allein weg.»

Viele Frozen Shoulders bessern sich mit der Zeit. Das kann aber Jahre dauern, und manchmal bleibt eine Einschränkung. Physiotherapie hilft, Schmerzen und Alltag in jeder Phase besser zu bewältigen und die Beweglichkeit zurückzugewinnen.

Was tun bei Schulterschmerzen? Hausmittel und Selbsthilfe

Bei leichten Schulterschmerzen hilft es, die Belastung anzupassen, statt den Arm ruhigzustellen. Ein paar einfache Massnahmen:

  • schmerzhafte Überkopfbewegungen und schwere Lasten für eine Weile reduzieren
  • den Arm im schmerzfreien Bereich mehrmals täglich bewegen
  • im Training leichtere Gewichte oder andere Übungen wählen, statt ganz aufzuhören
  • nachts den schmerzenden Arm auf ein Kissen legen
  • Kälte bei frischen, heftigen Schmerzen, Wärme bei Verspannungen im Schulter-Nacken-Bereich
  • am Arbeitsplatz Maus und Tastatur nah am Körper

Bessern sich die Schmerzen nach zwei bis drei Wochen nicht oder kommen sie immer wieder, reicht Selbsthilfe meist nicht. Dann lohnt sich eine Untersuchung.

Typische Fehler, die Schulterschmerzen verlängern

Zwei Extreme schaden der Schulter am meisten. Entweder wird der Arm aus Angst wochenlang geschont, oder es wird trotz zunehmender Schmerzen unverändert weitertrainiert. Dazu kommen:

  • sich nur auf Schmerzmittel, Spritzen oder Massagen verlassen
  • nach einer Pause sofort wieder mit den alten Gewichten einsteigen
  • Trainingspläne mit viel Drücken und wenig Ziehen
  • Kraftverlust nach einem Sturz nicht abklären lassen

Was kostet Physiotherapie bei Schulterschmerzen und was zahlt die Krankenkasse?

Mit ärztlicher Verordnung übernimmt die Grundversicherung den Grossteil der Kosten, abzüglich Franchise und Selbstbehalt. Mehr dazu im Beitrag Physiotherapie in Zürich Altstetten: Behandlung und Kosten.

Häufige Fragen zu Schulterschmerzen

Anze Jeric
Autor
Anze Jeric

Ist ein diplomierter Physiotherapeut und ehemaliger Profifußballspieler mit Spezialisierung auf Sportrehabilitation und sichere Rückkehr nach Verletzungen.

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