Nackenschmerzen sind Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule. Sie ziehen oft in die Schultern, zum Hinterkopf oder bis in den Arm. Fachleute sprechen auch vom HWS-Syndrom oder Zervikalsyndrom. Kaum eine Beschwerde ist in der Schweiz so verbreitet, und besonders häufig trifft es Menschen, die lange am Bildschirm sitzen, viel aufs Handy schauen oder gerade viel Stress haben.

Die gute Nachricht zuerst: Hinter den meisten Nackenschmerzen steckt keine ernsthafte Erkrankung. Meist kommen Überlastung, Verspannung und zu wenig Bewegung zusammen. Ein verspannter Nacken am Feierabend, ein steifer Nacken nach dem Aufwachen, Schmerzen beim Schulterblick im Verkehr oder Kopfweh, das am Hinterkopf beginnt, sind typische Beispiele.

Leichte Beschwerden verschwinden oft nach wenigen Tagen. Halten sie länger als ein bis zwei Wochen an oder kommen sie immer wieder, lohnt sich eine Abklärung. In der Physiotherapie in Zürich suchen wir die Ursache, lindern die Schmerzen und machen den Nacken mit gezieltem Training wieder belastbar.

Kurz zusammengefasst: Nackenschmerzen entstehen meist durch langes Sitzen am Bildschirm, Stress, Bewegungsmangel und eine wenig belastbare Nackenmuskulatur. Seltener stecken ein Bandscheibenvorfall, ein eingeklemmter Nerv oder ein Schleudertrauma dahinter. Am besten helfen Bewegung statt Schonung, gezielte Übungen und Physiotherapie, die manuelle Therapie mit Krafttraining verbindet. Gehen Sie sofort zum Arzt bei Taubheit oder Schwäche im Arm, Fieber, starkem Schwindel oder nach einem Unfall.

Nackenschmerzen: Was steckt dahinter?

Meist ist es ein Missverhältnis zwischen Belastung und Belastbarkeit. Muskeln, kleine Wirbelgelenke und Bandscheiben der Halswirbelsäule sind gereizt, ohne dass etwas kaputt ist. Fachleute nennen das unspezifische Nackenschmerzen.

Ihr Kopf wiegt etwa 4 bis 6 Kilogramm. Die Halswirbelsäule trägt und bewegt ihn den ganzen Tag. Schieben Sie den Kopf beim Blick auf Laptop oder Handy nach vorne, muss die Nackenmuskulatur deutlich mehr halten. Problematisch ist dabei weniger eine bestimmte Haltung als ihre Dauer. Auch eine «perfekte» Haltung wird unangenehm, wenn man sie drei Stunden lang nicht verändert.

Wie gut der Nacken das wegsteckt, hängt von mehr ab als vom Nacken selbst. Eine steife Brustwirbelsäule, müde Schulterblattmuskeln, verbissene Kiefer, schlechter Schlaf und Stress spielen alle mit.

Typische Auslöser sind:

  • stundenlanges Sitzen am Bildschirm ohne Positionswechsel
  • häufiger Blick nach unten aufs Smartphone («Handynacken»)
  • ein Laptop ohne externen Bildschirm, im Homeoffice oft auf dem Küchentisch
  • wenig Kraft und Ausdauer in der tiefen Nacken- und Schulterblattmuskulatur
  • eine eingeschränkt bewegliche Brustwirbelsäule
  • Stress, Zähneknirschen und zu wenig Schlaf
  • Bauchlage mit stark gedrehtem Kopf oder ein unpassendes Kissen
  • einseitige Belastung beim Velofahren, Schwimmen oder Krafttraining
  • Unfälle und frühere Verletzungen wie ein Schleudertrauma

In der Physiotherapie in Zürich Altstetten schauen wir deshalb nicht nur auf die schmerzende Stelle. Wir prüfen auch Brustwirbelsäule, Schultergürtel, Kraft, Beweglichkeit und Ihren Alltag. Nacken und Rücken hängen oft zusammen. Mehr dazu lesen Sie im Ratgeber Rückenschmerzen: Wann Physiotherapie wirklich hilft.

Häufige Ursachen für Nackenschmerzen

Am häufigsten sind muskuläre Überlastung, Stress und akut gereizte Wirbelgelenke. Bandscheibenprobleme, Nervenreizungen und Verletzungen kommen seltener vor. Weil sich die Beschwerden ähneln, braucht es eine genaue Untersuchung.

Verspannter Nacken durch Bildschirmarbeit und Bewegungsmangel

Ein verspannter Nacken entsteht meist durch lange, gleichförmige Belastung. Die Muskeln arbeiten stundenlang ohne Pause, ermüden und fühlen sich hart an. Der Schmerz zieht dann in die Schultern oder zum Hinterkopf. Ein typisches Muster: Am Montagmorgen geht es noch, am Donnerstagabend ist der Nacken «zu». In den Ferien wird es spürbar besser. Um diese Nackenverspannung zu lösen, helfen Bewegungspausen, ein gut eingerichteter Arbeitsplatz und Training für die Ausdauer der Nackenmuskulatur.

Stress und muskuläre Anspannung

Unter Druck ziehen viele Menschen unbewusst die Schultern hoch, beissen die Zähne zusammen oder atmen flach in den oberen Brustkorb. Das erhöht die Spannung im Nacken direkt. Verspannungen im Nacken und Spannungskopfschmerzen treten deshalb oft in denselben Lebensphasen auf. Neben der Behandlung hilft, was den Stresspegel senkt: Bewegung an der frischen Luft, ruhige Atmung, genug Schlaf.

Steifer Nacken, akuter Schiefhals und Blockierung

Sie wachen auf und können den Kopf kaum drehen? Häufig ist ein kleines Wirbelgelenk gereizt, und die Muskulatur spannt sich schützend an. Ist der Kopf dabei zur Seite geneigt, spricht man von einem akuten Schiefhals (Tortikollis). Umgangssprachlich heisst es oft «Blockierung». Das fühlt sich dramatisch an, klingt aber meist innerhalb weniger Tage bis Wochen ab. Sanfte Bewegung hilft mehr als Ruhigstellen. Manuelle Therapie und gezielte Übungen können den Verlauf verkürzen.

Bandscheibenvorfall und eingeklemmter Nerv an der Halswirbelsäule

Strahlt der Schmerz in Schulter, Arm oder Hand aus? Kribbelt es, fühlt sich ein Finger taub an oder fehlt Kraft? Dann ist oft eine Nervenwurzel gereizt, im Volksmund ein «eingeklemmter Nerv». Häufige Ursache ist eine Bandscheibenvorwölbung oder ein Bandscheibenvorfall (Diskushernie). Fachlich heisst das Zervikobrachialgie oder zervikale Radikulopathie. Die meisten Fälle bessern sich ohne Operation. Wichtig sind eine sorgfältige neurologische Untersuchung, gut dosierte Physiotherapie und bei zunehmender Schwäche eine rasche ärztliche Abklärung.

Schleudertrauma und andere Verletzungen

Ein Auffahrunfall, ein Sturz auf der Skipiste oder ein Zusammenprall im Fussball können Muskeln, Bänder und Gelenke der Halswirbelsäule überdehnen. Typisch sind Nackenschmerzen, Steifigkeit und Kopfschmerzen, manchmal auch Schwindel oder Konzentrationsprobleme. Nach einem Unfall kommt zuerst die ärztliche Abklärung. Danach hilft Physiotherapie, die Beweglichkeit Schritt für Schritt zurückzugewinnen und die Angst vor Bewegung abzubauen.

Arthrose, Abnutzung und enger Spinalkanal

Abnutzungsspuren an Bandscheiben und Wirbelgelenken sind ab dem mittleren Alter normal und oft schmerzfrei (mehr dazu weiter unten bei der Diagnose). Angepasstes Training lindert die Beschwerden auch bei Arthrose der Halswirbelsäule oft deutlich. Selten engen Abnutzung und Bandscheiben den Wirbelkanal so stark ein, dass das Rückenmark gedrückt wird (zervikale Myelopathie). Warnzeichen sind ungeschickte Hände, etwa beim Knöpfen, und ein unsicherer Gang. Das gehört rasch ärztlich abgeklärt.

Entzündlich-rheumatische Erkrankungen

Manchmal steckt eine Entzündung dahinter, zum Beispiel eine rheumatoide Arthritis oder ein Morbus Bechterew. Hinweise sind eine Morgensteifigkeit von mehr als 30 Minuten, nächtliche Schmerzen, die sich durch Bewegung bessern, und Beschwerden an mehreren Gelenken. Dann braucht es eine rheumatologische Abklärung, Physiotherapie begleitet die Behandlung.

Kiefer, Zähneknirschen und CMD

Kiefergelenk und Halswirbelsäule sind über Muskeln und Nerven eng verbunden. Wer nachts knirscht oder tagsüber die Zähne aufeinanderpresst, hat oft auch einen verspannten Nacken, Kopfschmerzen oder Ohrgeräusche. Fachlich spricht man von einer craniomandibulären Dysfunktion (CMD). Hier kann eine zusätzliche Kiefer-Physiotherapie den Unterschied machen.

Nackenschmerzen und Kopfschmerzen: wenn der Nacken der Auslöser ist

Zervikogene Kopfschmerzen beginnen meist einseitig am Hinterkopf und ziehen Richtung Stirn oder Auge. Bestimmte Kopfhaltungen oder lange Bildschirmarbeit lösen sie aus. Behandelt werden die obere Halswirbelsäule, die Nackenmuskulatur und die Haltungsgewohnheiten im Alltag.

Beschwerden und mögliche Ursachen im Überblick

Diese Übersicht hilft bei der ersten Einordnung. Eine Untersuchung ersetzt sie nicht.

Nackenschmerzen im Büro, nach dem Schlafen, beim Sport und mit Schwindel

Wann der Nacken wehtut, verrät viel über die Ursache. Deshalb fragen wir in der ersten Sitzung genau nach Ihrem Alltag.

Nackenschmerzen durch Bürojob und Homeoffice

Oft genügen schon ein zu tief stehender Bildschirm, ein Laptop ohne externe Tastatur und ein Arbeitstag ohne Pausen. Typisch ist ein Ziehen im Nacken und zwischen den Schulterblättern, das gegen Abend zunimmt. Wir schauen uns deshalb auch Arbeitsplatz, Sitzgewohnheiten und Pausenrhythmus an und trainieren gezielt die Ausdauer der Nacken- und Schulterblattmuskulatur.

Nackenschmerzen nach dem Schlafen

Wer mit Nackenschmerzen aufwacht, hat oft lange in einer ungünstigen Position gelegen, zum Beispiel auf dem Bauch mit stark gedrehtem Kopf. Ein zu hohes oder zu flaches Kissen kann dazukommen. Das Kissen allein ist aber selten schuld. Ein insgesamt wenig belastbarer Nacken reagiert einfach empfindlicher. In Seitenlage sollte das Kissen den Kopf etwa auf Höhe der Wirbelsäule halten. Sanfte Bewegung am Morgen und Wärme tun meist gut.

Nackenschmerzen beim Sport

Auf dem Rennvelo halten Sie den Kopf lange in Überstreckung. Beim Kraulen dreht der Nacken bei jedem Atemzug. Im Kraftraum fordern Schulterdrücken, Kreuzheben oder Klimmzüge Nacken und Schultern stark. Beschwerden entstehen hier oft durch zu schnelle Steigerung, Technikfehler oder einen instabilen Schultergürtel. Mit Sportphysiotherapie und gezieltem Krafttraining passen wir Technik und Belastung an, damit Sie weitertrainieren können.

Einseitige Nackenschmerzen: nur rechts oder nur links

Einseitige Beschwerden haben oft einseitige Gewohnheiten als Grund. Der Bildschirm steht schräg, die Maus liegt weit weg, das Telefon klemmt zwischen Ohr und Schulter, oder Sie schlafen immer auf derselben Seite. Auch ein gereiztes Wirbelgelenk oder eine Nervenwurzel macht typischerweise nur auf einer Seite Probleme. Deshalb vergleichen wir in der Untersuchung beide Seiten bei Beweglichkeit, Kraft und Gefühl.

Nackenschmerzen mit Schwindel

Nackenschmerzen und Schwindel kommen oft zusammen. Ein vom Nacken ausgelöster (zervikogener) Schwindel fühlt sich meist wie Unsicherheit oder Benommenheit an und hängt mit Kopfbewegungen zusammen. Drehschwindel ist seltener. Schwindel kann aber auch vom Innenohr, vom Kreislauf oder selten von Gefässen und Nervensystem kommen. Lassen Sie ihn deshalb zuerst ärztlich abklären. Ist der Nacken die wahrscheinliche Ursache, helfen die Behandlung der oberen Halswirbelsäule und ein Training der Augen-Kopf-Koordination.

Wann sollte man Nackenschmerzen abklären lassen?

Lassen Sie Nackenschmerzen abklären, wenn sie länger als ein bis zwei Wochen anhalten, immer wiederkehren oder mit Ausstrahlung, Kopfweh oder Schwindel einhergehen. Je früher die Ursache klar ist, desto seltener werden aus akuten Beschwerden chronische Nackenschmerzen.

Ebenfalls ein Grund für eine Abklärung:

  • Sie können den Kopf deutlich schlechter drehen oder neigen
  • die Schmerzen stören Schlaf oder Arbeit
  • Sie sind morgens länger als 30 Minuten steif
  • die Beschwerden begannen nach einem Unfall oder Sturz

Wichtig: Warnzeichen, die rasch ärztlich abgeklärt werden müssen: Taubheit oder Kraftverlust in Armen oder Händen, ungeschickte Hände, ein unsicherer Gang, unerklärlicher Gewichtsverlust, eine Krebserkrankung in der Vorgeschichte oder sehr starke Schmerzen nach einem Unfall. Bei Fieber mit Nackensteifigkeit und starken Kopfschmerzen, bei plötzlichem starkem Schwindel oder bei Seh-, Sprech- oder Schluckstörungen wählen Sie sofort den Notruf 144.

Diagnose: Braucht es ein Röntgen oder MRI?

Bei den meisten Nackenschmerzen reichen ein ausführliches Gespräch und eine körperliche Untersuchung. Röntgen oder MRI sind ohne Warnzeichen meist nicht nötig. Internationale Leitlinien empfehlen Bildgebung erst bei Warnzeichen, nach relevanten Unfällen (ärztliche Beurteilung), bei neurologischen Ausfällen oder wenn die Beschwerden trotz Behandlung über Wochen nicht besser werden.

In der Physiotherapie prüfen wir Beweglichkeit, Kraft, Muskelausdauer, Haltungsmuster und bei Bedarf die Nervenfunktion. Strahlen die Schmerzen in den Arm aus, gibt die Verteilung der Symptome Hinweise darauf, welche Nervenwurzel betroffen sein könnte:

Diese Zuordnung ist eine Orientierung, keine Diagnose. Die Grenzen sind von Mensch zu Mensch verschieden. Bei Lähmungserscheinungen oder zunehmender Schwäche überweisen wir Sie an Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt, die dann über weitere Untersuchungen wie ein MRI oder eine neurologische Abklärung entscheiden.

Gut zu wissen: Abnutzungsspuren an Bandscheiben und Wirbelgelenken zeigen Röntgen- und MRI-Bilder ab dem mittleren Alter bei fast allen Menschen, auch bei vielen ohne Beschwerden. Ein Befund allein erklärt Ihre Schmerzen deshalb nicht. Entscheidend ist, wie beweglich, kräftig und belastbar Ihr Nacken ist.

Wie Physiotherapie bei Nackenschmerzen hilft

Am besten wirkt eine Kombination aus manueller Therapie und aktiven Übungen. So empfehlen es auch internationale physiotherapeutische Leitlinien. Passive Massnahmen allein lindern meist nur kurz. Den Unterschied zwischen Physiotherapie und Massage erklären wir im Beitrag Physiotherapie oder Massage: Was ist besser bei Schmerzen?

Zu einer modernen Behandlung gehören meist:

  • die Untersuchung von Beweglichkeit, Kraft und Ausdauer, inklusive Brustwirbelsäule und Schulterblätter
  • manuelle Therapie und Mobilisation von Hals- und Brustwirbelsäule
  • aktive Übungen für tiefe Nackenmuskulatur, Schultergürtel und Rumpf
  • Tipps für Arbeitsplatz und Homeoffice
  • Strategien für Pausen, Schlaf und Stress
  • der schrittweise Weg zurück zu Sport und voller Belastung

Das Ziel ist ein Nacken, der weniger wehtut und auch die nächste stressige Woche besser aushält.

Physiotherapie bei Nackenschmerzen in Zürich bei Quantum Physio

Bei Quantum Physio in Zürich Altstetten behandeln wir akute und chronische Nackenschmerzen mit einem aktiven, klar strukturierten Ansatz. Unser Team aus Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten hat einen BSc- oder MSc-Abschluss, dazu kommen Sporttherapeuten. Wir betrachten Ihre Beschwerden im Zusammenhang mit Beruf, Alltag, Sport und Stress.

In der ersten Sitzung wollen wir vor allem verstehen, warum Ihr Nacken überlastet ist. Erst dann planen wir, was er braucht, damit Arbeit, Sport und Alltag wieder ohne Schmerzen gehen.

Manuelle Techniken lindern Schmerzen und lösen Bewegungseinschränkungen oft schon in den ersten Sitzungen. Damit das hält, bauen wir parallel Kraft, Ausdauer und Kontrolle der Nacken- und Schultermuskulatur auf.

Mögliche Behandlungsinhalte

Je nach Ursache kombinieren wir:

Wer vom Bürojob Nackenschmerzen hat, braucht einen anderen Plan als jemand mit eingeklemmtem Nerv oder eine Kletterin mit Beschwerden nach dem Training.

Standort und Öffnungszeiten

Sie finden uns an der Vulkanstrasse 110a, 8048 Zürich, wenige Gehminuten vom Bahnhof Zürich Altstetten. Tram und Bus halten in der Nähe, Besucherparkplätze gibt es in kurzer Gehdistanz. Aus Albisrieden, Höngg, Wipkingen, Schlieren oder Dietikon sind Sie mit S-Bahn, Tram oder Velo schnell bei uns. Wir sind Montag bis Donnerstag von 07:00 bis 20:00 Uhr da, am Freitag von 07:00 bis 16:30 Uhr und am Samstag von 08:00 bis 14:30 Uhr. Ein Termin vor der Arbeit oder am Samstagmorgen ist also gut möglich. Termin online buchen.

So läuft die Behandlung ab

Die Behandlung folgt bei uns vier Schritten, von der ersten Untersuchung bis zur vollen Belastbarkeit im Alltag.

1. Genaue Untersuchung

Wir sprechen über Ihre Beschwerden, den Verlauf, Ihren Arbeitsplatz, Sport, Stress und frühere Verletzungen. Danach testen wir Beweglichkeit, Kraft, Haltung und bei Bedarf die Nervenfunktion. So finden wir die wahrscheinliche Ursache und schliessen Warnzeichen aus.

2. Ihr Therapieplan

Aus der Untersuchung entsteht Ihr persönlicher Plan. Er kann manuelle Techniken, Dry Needling, Übungen, Tipps für den Arbeitsplatz und Empfehlungen für Schlaf und Sport enthalten. Wir passen ihn laufend an Ihren Fortschritt an.

3. Kraft und Kontrolle aufbauen

Der wichtigste Teil ist das aktive Training für tiefe Nackenmuskulatur, Schulterblätter, Brustwirbelsäule und Rumpf. Der Nacken wird ausdauernder und hält Belastungen besser aus.

4. Zurück in Alltag, Arbeit und Sport

Werden Schmerzen und Beweglichkeit besser, steigern wir die Belastung. Je nach Ziel gehören Anpassungen am Arbeitsplatz, sportartspezifische Übungen oder ein Heimprogramm gegen Rückfälle dazu. Ziel ist ein Nacken, der eine volle Arbeitswoche, die Velotour am Wochenende oder den nächsten Umzug mitmacht.

Übungen gegen Nackenschmerzen: 5 einfache Übungen für zu Hause und im Büro

Die folgenden Übungen eignen sich bei verspannungsbedingten Nackenschmerzen ohne Unfall. Machen Sie sie langsam und im schmerzfreien Bereich. Ein leichtes Ziehen ist in Ordnung. Hören Sie auf, wenn Schmerzen in den Arm ausstrahlen, wenn es kribbelt, taub wird oder Ihnen schwindlig wird, und lassen Sie das abklären. Nach einem Unfall oder einer Operation üben Sie erst nach ärztlicher Freigabe.

1. Kinn-Nicken (Chin Tuck)

Ziel: die tiefe Nackenmuskulatur aktivieren.
Ausführung: Setzen Sie sich aufrecht hin, Schultern locker, Blick geradeaus. Schieben Sie das Kinn langsam waagrecht nach hinten, als wollten Sie ein Doppelkinn machen. Der Kopf kippt dabei nicht nach unten. Sie spüren eine leichte Dehnung am Übergang vom Hinterkopf zum Nacken.
Dosierung: 5 Sekunden halten, 10 Wiederholungen, 2–3-mal täglich.

2. Kopf langsam drehen

Ziel: die Beweglichkeit erhalten.
Ausführung: Aufrecht sitzen, ein leichtes Doppelkinn wie in Übung 1. Drehen Sie den Kopf langsam nach rechts, so weit es angenehm geht, wie beim Schulterblick. Zurück zur Mitte, dann nach links.
Dosierung: 10-mal pro Seite, bei Bildschirmarbeit gerne jede Stunde.

3. Schulterblätter nach hinten unten ziehen

Ziel: die Schulterblattmuskulatur kräftigen und den Nacken entlasten.
Ausführung: Sitzen oder stehen Sie aufrecht, die Arme hängen locker. Ziehen Sie die Schulterblätter sanft nach hinten und unten, Richtung Gesässtaschen. Die Schultern bleiben weg von den Ohren, der untere Rücken bleibt neutral.
Dosierung: 5 Sekunden halten, 10–15 Wiederholungen, 2-mal täglich.

4. Brustwirbelsäule über die Stuhllehne strecken

Ziel: die oft steife Brustwirbelsäule mobilisieren. Das entlastet den Nacken.
Ausführung: Setzen Sie sich auf einen stabilen Stuhl, dessen Lehne etwa bis unter die Schulterblätter reicht. Hände hinter dem Kopf verschränken, Ellbogen zeigen nach vorne. Lehnen Sie sich langsam über die Lehne nach hinten, bis Sie eine Streckung im oberen Rücken spüren. Der Kopf ruht in den Händen. Kurz halten, zurück.
Dosierung: 8–10 Wiederholungen, 2-mal täglich.

5. Seitliche Nackendehnung

Ziel: die obere Nacken- und Schultermuskulatur entspannen.
Ausführung: Aufrecht sitzen, mit der rechten Hand seitlich an der Sitzfläche festhalten. Neigen Sie den Kopf langsam zur linken Schulter, bis Sie rechts im Nacken eine angenehme Dehnung spüren. Die rechte Schulter bleibt unten. Ziehen Sie nicht mit der Hand am Kopf. Danach Seite wechseln.
Dosierung: 20–30 Sekunden halten, 2–3-mal pro Seite.

Am besten verknüpfen Sie die Übungen mit etwas, das Sie ohnehin täglich tun, etwa mit dem ersten Kaffee oder der Mittagspause. In der Physiotherapie erhalten Sie ein Programm, das zu Ihrer Ursache passt und schrittweise gesteigert wird, zum Beispiel mit Kräftigung in der medizinischen Trainingstherapie in Zürich.

Vier Mythen rund um den Nacken

«Ich habe Zugluft abbekommen.»

Kalte Luft kann die Muskulatur reflexartig anspannen lassen, und verspannte Muskeln fühlen sich bei Kälte unangenehmer an. Die eigentliche Ursache ist sie selten. Meist war der Nacken schon vorher müde oder überlastet, und der Luftzug war nur der letzte Tropfen.

«Der Nacken muss eingerenkt werden.»

Das Knacken bei einer Manipulation entsteht, weil sich im Gelenk kurz eine Gasblase bildet. Kein Wirbel springt dabei an seinen Platz zurück. Gezielte Mobilisation durch Fachleute kann kurzfristig gut lindern. Ruckartiges Selbst-Einrenken bringt dagegen nichts Dauerhaftes.

«Ein neues Kissen löst das Problem.»

Ein passendes Kissen hilft. Wer aber tagsüber stundenlang starr am Bildschirm sitzt, wacht auch mit dem teuersten Kissen verspannt auf.

«Bei Nackenschmerzen muss ich mich schonen.»

Das Gegenteil stimmt meistens. Sanfte Bewegung und dosiertes Training gehören zu den wirksamsten Massnahmen. Wer den Nacken aus Angst ruhigstellt, wird oft steifer und empfindlicher.

Hausmittel und Selbsthilfe bei Nackenschmerzen

Bewegung ist bei leichten Beschwerden die beste Selbsthilfe. Dazu kommen ein paar einfache Hausmittel und Gewohnheiten:

  • alle 30 bis 45 Minuten kurz aufstehen und die Position wechseln
  • Bildschirm auf Augenhöhe, beim Laptop externe Tastatur und Maus
  • das Telefon nicht zwischen Ohr und Schulter klemmen
  • Wärme als einfachstes Hausmittel, etwa ein Kirschsteinkissen oder eine warme Dusche
  • täglich spazieren gehen oder mit dem Velo zur Arbeit
  • auf genug Schlaf achten

Kommen die Schmerzen trotzdem immer wieder, reicht Selbsthilfe meist nicht. Dann lohnt sich eine Abklärung, damit das Training zur Ursache passt.

Typische Fehler, die den Nacken empfindlicher machen

Viele warten zu lange oder schonen zu viel. So setzen sich Schmerzen fest, und der Nacken wird immer empfindlicher.

  • sich nur auf Schmerzmittel, Salben oder Massagen verlassen
  • stundenlang ohne Pause am Bildschirm arbeiten
  • kein Krafttraining für Nacken und Schultergürtel
  • Stress und Schlafmangel unterschätzen
  • Taubheit oder Schwäche im Arm ignorieren

Was kostet Physiotherapie in Zürich und was zahlt die Krankenkasse?

Mit ärztlicher Verordnung übernimmt die Grundversicherung Ihrer Krankenkasse den Grossteil der Kosten. Sie zahlen Franchise und Selbstbehalt. Mehr Details finden Sie im Beitrag Physiotherapie in Zürich Altstetten: Behandlung und Kosten.

Häufige Fragen zu Nackenschmerzen

Tadej Dragovan
Autor
Tadej Dragovan

Ist ein Physiotherapeut mit Spezialisierung auf Sportrehabilitation, funktionelle Therapie und evidenzbasierte Behandlung.

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